Chronik des Vereins für Deutsche Schäferhunde (SV)

OG Klarenthal e.V. 1950 – 2015

Die Ortsgruppe Klarenthal des Vereins für Deutsche Schäferhunde blickt auf mehr als 60 Jahre ereignisreichen Vereinslebens zurück.

 

Überliefert ist, dass bereits im Jahr 1925 in Klarenthal Hundesport betrieben wurde, jedoch ist nicht bekannt, um welche Rasse es sich handelte. Sicher ist, dass dieser Verein nicht in einem Hauptverein organisiert war.

 

Durch den 2. Weltkrieg kamen die Aktivitäten der Hundesportler erst einmal zum Erliegen.

Jedoch wurde unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg erneut mit dem Hundesport begonnen:

 

Von insgesamt 9 Mitbegründern, die im Jahr 1950 die OG Klarenthal entstehen ließen, sind uns heute noch 6 Namen bekannt: die Herren Christian Reinhard, Lieser, Schäfer, Marx, Arend und Köst, waren die Gründer und ersten Mitglieder der OG Klarenthal.

 

Ein Übungsplatz wurde zunächst in der Nähe des Klarenthaler Friedhofes eingerichtet.

 

Der erste Vorsitzende des Vereins war ein Herr Lieser, der aber schon kurz darauf von Christian Reinhard abgelöst wurde, der bereits im Jahre 1923 in den SV eintrat und bis zu seinem Tod im Mai 1996 das älteste noch lebende SV – Mitglied in Deutschland war.

 

Christian Reinhard war fortan die treibende Kraft, die dazu beitrug, dass die OG Klarenthal sich zu einem sehr aktiven Verein entwickelte.

 

Der Übungsplatz wurde zum Gehlenberg verlegt. Das erste „Vereinsheim“ hatte die Maße 2 x 3 m und war eine schlichte Bretterbude.

 

Von diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein reger Übungsbetrieb, die erste Prüfung wurde jedoch erst im Jahr 1960 durchgeführt. Man hatte Gefallen am Hundesport gefunden und richtete seither jährlich mindestens 2 Schutzhundeprüfungen durch.

 

Mit immer größerem Erfolg beteiligte man sich an Vergleichs- und Pokalkämpfen in der näheren und weiteren Umgebung. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die wenigsten über ein Auto verfügten und somit bei weitem nicht so mobil waren, wie wir das heute gewohnt sind.

 

In den frühen 60er Jahren waren auch die ersten züchterischen Aktivitäten zu verzeichnen:

 

Karl Stein (Zwinger vom Prinzenbach) und Christian Reinhard (Zwinger vom Dachshübel) waren

die ersten Züchter der OG Klarenthal.

 

In den Jahren 1967 und 1968 wurden die Grundlagen für den Umzug vom Gehlenberg zum heutigen Standort unseres Vereinsgeländes geschaffen. Als erste Unterkunft diente eine bereits im Jahre 1954 erworbene Holzbaracke, die zum Preis von 50000,- ffrs. In Frankreich erstanden wurde. Zug um Zug entstand ein festes Bauwerk um diese Baracke, bis das Vereinsheim im heutigen Zustand ausgebaut war.

 

Die OG Klarenthal war allein nicht in der Lage, die finanziellen Belastungen zu tragen. Nur durch die finanzielle Mithilfe von Vereinsmitgliedern, vor allem Herrn Josef Merscher und Herrn Hans – Peter Wiemer, ermöglichten schließlich alle notwendigen Umbaumaßnahmen.

24. April 1971

Nach der Einweihung des Vereinsheimes im Jahre 1969 wurde im Jahr 1970 unser Übungsplatz mit einem Pokalkampf eingeweiht.

 

Von nun an erlebte die OG Klarenthal sowohl vom Mitgliederstand als auch vom Leistungsstandard ihrer Hundeführer einen gewaltigen Aufschwung.

 

Im Jahre 1971 startete Eduard Kürsteiner zum ersten Mal (insgesamt war er dreimal vertreten) bei einer Bundessiegerprüfung. Auch Heinz Dittrich, Christine Schumacher und Fritz Weber konnten sich im Laufe der Jahre für diese bedeutendste Leistungsveranstaltung auf Bundesebene qualifizieren.

 

Erwähnenswert ist auch die Qualifikation von Heinz Dittrich für die WUSV – Europameisterschaft und der Sieg von Michael Schwarz bei der Landes – Fährtenhundprüfung (1985). Neben zahlreichen Erfolgen bei Wettkämpfen auf Kreisebene waren unsere Hundeführer auch auf Landesebene sehr erfolgreich.

 

Ob Landesgruppen – Ortsgruppenmeisterschaft, ob Ausscheidung oder Landes-Fährtenhundprüfung, die OG Klarenthal war sehr oft und sehr erfolgreich vertreten.

 

Ein wichtiges Jahr war 1982 – endlich erhielten wir einen Wasseranschluss. Der Anschluss wurde über einen ca. 1 km langen, in Eigenleistung ausgehobenen Graben über den an unser Übungsgelände grenzenden Feldweg verlegt. Auch dies wäre ohne die tatkräftige Mitarbeit unserer Mitglieder unmöglich gewesen.

 

Auch im Zuchtbereich konnten Erfolge gefeiert werden: Die Hündin „Nette von der Wienerau“ konnte 1973 auf der Siegerhauptzuchtschau in München einen Spitzenplatz in der Gebrauchshundeklasse erreichen, ein Jahr später gelang ihrer Tochter „Anja vom Haus Merscher“ in Mannheim Platz 6. Auch die Hundeführer Karl-Heinz Meyer und Michael Schwarz stellten 1985 ihre Hunde auf der SHZ in Mannheim aus und erreichten jeweils das höchste in ihrer Klasse vergebene Prädikat.

 

Der heutige Vorsitzende der OG Klarenthal, Werner Hartmann war insgesamt 9 mal auf der Siegerhauptzuchtschau vertreten, wobei ihm 1987 in Duisburg mit „Taps vom Haus Beck“ Platz 31 in der Jugendklasse gelang. 2010 erreichte er mit „Diego von der Zenteiche“ Platz 33 in der Jugendklasse Rüden, dieses Ergebnis wurde 2011 in Nürnberg mit Platz 38 in der Gebrauchshundeklasse Rüden bestätigt, wobei der Rüde in seinem Jahrgang Platz 6 erreichte und den Titel saarländischer Zuchtsieger, den er 2010 erworben hatte, für das Jahr 2011 bestätigen konnte. Auch 2012 gelang mit „Diego von der Zenteiche“ ein großer Erfolg mit der Bewertung V 34 in der Gebrauchshundeklasse Rüden, wobei der Rüde insbesondere im Schutzdienst überzeugte.

 

In den Jahren 2000 – 2006 erreichte der in Klarenthal gezüchtete Rüde „Eros vom Saarufer“ zahlreiche Spitzenplätze im In- und Ausland, wobei V 12 bei der deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaft sowie V 12 bei der Siegerhauptzuchtschau der Schweiz 2001 herausragten. Im Jahr 2003 wurde Eros saarländischer Zuchtsieger.

 

In Klarenthal gezüchtete Hunde wurden in alle Welt abgegeben: Ob Amerika, Brasilien, Argentinien, Frankreich oder Italien, überall hatte die Klarenthaler Zucht einen guten Namen, was auch zukünftig so bleiben soll. Unser Motto „Qualität geht vor Masse“ wird auch zukünftig beachtet werden. Durch diese Prämisse soll eindeutig das Bekenntnis zur Kreatur Hund als Lebewesen ausgedrückt werden.

 

Mitglieder der OG Klarenthal wurden vom Hauptverein für ihre Verdienste geehrt:

 

Unser Vereinsgründer Christian Reinhard erhielt die silberne Verdienstspange des SV und wurde für 40 bzw. 50 Jahre Mitgliedschaft im SV geehrt. Er war Anfang der neunziger bis zu seinem Tod im Jahre 1996 das älteste in Deutschland lebende SV – Mitglied. Die silberne Verdienstspange des SV erhielten Josef Merscher, Eduard Kürsteiner und Werner Hartmann.

 

Auf Landesgruppen – Ebene waren bzw. sind Mitglieder der OG Klarenthal ebenfalls in verschiedenen Funktionen tätig:

 

Eduard Kürsteiner und Michael Bastian als Lehrhelfer der LG Saarland,

Josef Merscher über 15 Jahre als LG – Schriftwart im Landesgruppenvorstand, Werner Hartmann war 8 Jahre LG – Presse- und Hütewart und übt seit Dezember 2008 das Amt des LG – Zuchtwartes aus.

 

Leider hat uns in den beiden vergangenen Jahren ein großes Unglück getroffen: Im Jahr 2013 verstarb unser Schutzdiensthelfer Ralf Reinert im Alter von 52 Jahren an einer unheilbaren Krankheit, im Jahr 2014 traf es unseren Übungswart, Benedikt Müller, der im Alter von 53 Jahren von uns ging. Die Bewältigung dieser Verluste hat die OG Klarenthal vor große Probleme gestellt, hat uns aber auch zusammen rücken lassen.

 

Wenn auch in den letzten Jahren die herausragenden sportlichen Erfolge ausblieben, kann die OG Klarenthal stolz auf das in den vergangenen 65 Jahren Geleistete zurückblicken, aber auch zuversichtlich in die Zukunft blicken. Trotz immer schwieriger werdender Bedingungen glauben

wir, auch in Zukunft unserem Hobby, der Arbeit mit dem Deutschen Schäferhund, in Klarenthal nachgehen zu können.

 

 

Werner Hartmann

1. Vorsitzender der OG Klarenthal

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