Fährtensuche

Die Fährtensuche ist eine besonders anspruchsvolle und artgerechte Beschäftigung für Hunde jeden Alters. Diese Sparte des Vielseitigkeitssportes entspricht am ehesten dem Naturell des Hundes, fordert ein hohes Maß an Konzentration und Ausdauer.

 

Für viele Hunde ist die Fährtenarbeit eine sehr beliebte Disziplin, denn hier ist mehr als irgendwo sonst das selbstständige Arbeiten des Hundes gefragt. Der Hund führt und der Mensch folgt. Bei Fremdfährten hat der Hundeführer keinerlei Ahnung über den Fährtenverlauf und muss sich zu 100% auf seinen führenden Hund verlassen. Vielen fällt es nicht leicht die Führung gänzlich dem Hund zu überlassen, dieser dagegen genießt es um so mehr die Führungsrolle zu übernehmen.

Was ist eine Fährte

Eine Fährte ist eine Geruchsspur die sich aus vielen Komponenten zusammensetzt. Beim Legen der Fährte wird durch jeden Tritt des Fährtenlegers die Bodenstruktur auf der Fährte verändert. Durch den Tritt wird die Erde verdichtet und verändert somit ihren Geruch, hinzu kommen zertretene Pflanzen und der Eigengeruch des Fährtenlegers.

 

Bereits wenige Sekunden nach dem Tritt, beginnen Bodenbakterien die zertretenen Pflanzen und die Bodenverletzungen zu zersetzen. Ebenso beeinflussen äußere Einflüsse, wie Luftfeuchtigkeit, Sonne, Regen oder Wind, Temperatur und Jahreszeit, den Geruch der Fährte und die Zersetzungsprozesse. Dabei entsteht der so genannte Mikroben Geruch.

Dieser Geruch verbindet sich mit dem Eigengeruch des Fährtenlegers und bildet letztendlich den eigentlichen Fährtengeruch.

 

Andere Spuren von Beispielsweise Wild oder Menschen können die Fährte kreuzen.

 

Nun gilt es die Gerüche der Ansatzfährte mit der Nase zu erfassen und aus sonstigen, ablenkenden Umgebungsgerüchen heraus zu filtern. Der Hund ist sogar in der Lage die Richtung zu erfassen, in der die Fährte gelegt wurde. Offensichtlich kann der Hund erriechen in welche Richtung sich die Spur verjüngt. Das bedeutet bei normaler Gangart des Fährtenlegers einen Altersunterschied und somit einen Geruchsunterschied der einzelnen Tritte von wenigen Sekunden.

Ein paar Fakten, Zahlen und Daten

Der Hund kann mindestens 1- Million mal besser riechen als der Mensch. Seine Riechschleimhaut ist durchschnittliche 50- mal so groß wie die des Menschen. Das Riechzentrum des Hundes ist je nach Rasse 7- bis14- mal größer als beim Menschen. Etwa 1/3 des Hundehirns kann die Signale des Geruchssinns verarbeiten.

Die Fährtenarbeit bedeutet für den Hund körperliche Höchstleistung. Bei normaler Atmung beträgt die Geschwindigkeit des Luftstroms in den Nasenwegen des Hundes etwa 3-4km/h. Beginnt der Hund mit seiner intensiven Nasenarbeit beim Fährten, wird die Geschwindigkeit bis um das Zehnfache erhöht. Durch die gehemmte Atmung bei der Nasenarbeit steigt der Laktatgehalt im Blut wie bei einem rasanten Sprint. Bei einer längeren Fährte erhöht sich die Körpertemperatur um 1-2 °C. Die Normalwerte erreicht der Hund erst nach etwa 1 ½ Stunden wieder. Daher ist es wichtig dem Hund nach der Fährtenarbeit eine ausgedehnte Ruhepause zu gewährleisten.

Die Fährtenarbeit im Hundesport

Die Fährtensuche gehört zur Königsdisziplin im Hundesport und erfordert fleißiges und kontinuierliches Training von Mensch und Hund.

Die größte Herausforderung ist es dem Hund die „langweilige“ menschliche Witterung schmackhaft zu machen und Verleitungen wie Wildspuren zu ignorieren. Das Ziel besteht darin den Hund zu motivieren, genau auf der Spur des Fährtenlegers zu bleiben und sich nicht anderen Gerüchen hin zu geben.

 

Im Hundesport unterscheidet man zwischen den Fährtenprüfungen (FPR 1-3) als Teil A des Vielseitigkeitssportes (IPO) und reinen Fährtenhundprüfungen (FH1 / FH2), die in verschiedenen Schwierigkeitsstufen abgelegt werden können.

In der ersten Ausbildungsstufe (FPR1) legt der Hundeführer die Fährte selbst (Eigenfährte), ab der FPR 2 wird die Fährte durch eine fremde Person (Fremdfährte) gelegt. Zusätzlich wird die Liegezeit zwischen Legen und Ausarbeitung der Fährte, die Fährtenlänge, die Zahl und der Grad der Richtungsänderungen (Winkel), sowie die Anzahl der verlorenen und zu verweisenden Gegenstände geändert.

Bei der Fährtenhundprüfung muss der Hund zusätzlich eine Verleitungsfährte (gelegt von einem zweiten Fährtenleger), die die Ansatzfährte kreuzt, ignorieren.

Fährten können auf unterschiedlichstem Gelände, wie Wiesen, Acker oder Waldboden gelegt werden. In höheren Prüfungsstufen wird auch ein Wechsel des Geländes, innerhalb einer Fährte gefordert.

 

Fährtenarbeit ist Fleißarbeit.

Um ein erfolgreiches Prüfungsziel zu erreichen müssen Hund und Hundeführer bestenfalls mehrmals die Woche ins Fährtengelände.

Während die Mehrheit der Hundesportler sich am Wochenende, morgens noch einmal gemütlich im Bett zur Seite drehen, sieht man nicht selten die ersten Fährtenteams bereits um 8 Uhr in der Früh auf dem Acker.

Ihr seid neugierig geworden? Dann schaut doch einfach mal bei uns vorbei.

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